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Velanora Memorial Registry

Deutschland — Hilfe & Ratgeber

Staatliche Leistungen & Behörden-Services für Angehörige (Deutschland)

Diese Seite ist kein „Behörden-Ablaufplan“ (den findest du im separaten Schritt-für-Schritt-Guide). Hier geht es um die Kernfrage: Welche Leistungen, Zahlungen, Schutzrechte und Services können staatlich relevant sein — und wie prüft man sie systematisch? Du bekommst einen klaren Leistungsscan, Zuständigkeiten, Checklisten und offizielle Einstiegsseiten.

Die 80/20-Regel: erst Leistungen identifizieren, dann Anträge sauber bündeln

  • Starte nicht mit „ich rufe überall an“, sondern mit: Rente/DRV (oft größter Hebel) und Finanzamt-Fristen (damit nichts „verpasst“ wird).
  • Arbeite mit einem Dossier: Dokumente + Nummern + Aktenzeichen + Zeitlinie.
  • Nutze Portale als Single Source of Truth: verwaltung.bund.de, DRV, BMF/ErbStH, Renten Service.

Kurzüberblick: Welche Leistungen gibt es?

Ein schneller Überblick, damit du weißt, welche Schubladen du prüfen solltest.

Gesetzliche Rente (DRV): Hinterbliebenenrenten

Witwen-/Witwerrente, Waisenrente u. a. – häufig der größte finanzielle Baustein. Wichtig: Meldung ≠ Antrag.

DRV — Übersicht Hinterbliebenenrenten

Sterbevierteljahr & Vorschuss (DRV)

Überbrückungsregelungen können Zahlungen stabilisieren. Vorschuss ist bei Einhaltung der Frist ein Thema.

DRV — Sterbevierteljahr

Renten Service (Deutsche Post)

Praktische Einstiegsstelle rund um gesetzliche Rentenzahlungen und Mitteilungen; Hinweise zur Vorschusszahlung.

Deutsche Post — Renten Service

Finanzamt: Erbschaftsteuer (Anzeige §30 ErbStG)

Nicht nur Steuer, sondern auch Anzeige-/Mitteilungspflicht: 3 Monate nach Kenntnis – Frist merken, dann strukturiert klären.

BMF — §30 ErbStG (ErbStH)

Arbeit/Soziales (wenn relevant)

Wenn Leistungen bezogen wurden (Jobcenter/Agentur) oder Fragen zu Rückforderungen/Inkasso entstehen, ist eine zeitnahe Klärung sinnvoll.

Kranken-/Pflegeversicherung (häufig praktisch)

Mitgliedschaft/Familienversicherung/Beitragsstatus: Kassen klären oft Unterlagenbedarf und Folgefragen. (Details variieren je Kasse.)

Offizieller Einstieg für Urkunden (oft als Nachweis nötig)

So gehst du vor: Leistungsscan statt Behörden-Marathon

Das Ziel: In 60–90 Minuten wissen, welche Ansprüche wahrscheinlich sind und welche Fristen zählen.

  1. Leistungsscan DRV: Lief eine gesetzliche Rente oder besteht Anspruch auf Hinterbliebenenrente? Wenn ja: Sterbevierteljahr/Vorschuss prüfen + Antrag anstoßen.
  2. Fristen-Scan Finanzamt: Erbschaftsteuer-Anzeige (§30 ErbStG) als Frist notieren und klären, ob/was anzuzeigen ist.
  3. Status-Scan Soziales/Arbeit: Gab es laufende Leistungen (Jobcenter/Agentur)? Dann sauber informieren, Rückfragen dokumentieren.
  4. Praktikabilität: Kranken-/Pflegekasse kurz klären, ob es Folgefragen (Familienversicherung etc.) gibt.

Wichtig: „Mitteilung“ ist selten „Leistung beantragen“

Bei vielen Systemen gilt: Es gibt eine Mitteilung (damit Daten/Zahlungen korrekt laufen) und getrennt den Antrag auf eine Leistung. Plane beide Schritte ein.

Unterlagen & Daten (für fast alle Anträge)

Nicht alles muss sofort vorliegen, aber diese Dinge beschleunigen Entscheidungen massiv.

  • Urkunde/Nachweis (oft: Sterbeurkunde; häufig mehrere Ausfertigungen + Scan)
  • Ausweis der antragstellenden Person
  • IBAN für Auszahlungen
  • Rentenversicherungsnummer (DRV) + ggf. Versicherungsnummern der Kranken-/Pflegekasse
  • Nachweise zur Beziehung (Heirats-/Geburtsurkunden etc.)
  • Dossier/Protokoll: Datum, Gesprächspartner, Aktenzeichen, Liste fehlender Dokumente

Kernpaket, das fast immer reicht, um zu starten

1) Nachweis/Urkunde, 2) Ausweis, 3) IBAN, 4) Nachweis der Beziehung. Den Rest kann man oft nachreichen.

Deutsche Rentenversicherung: Hinterbliebenenrenten & Sterbevierteljahr

Für viele Familien der wichtigste staatliche Baustein. Nutze ausschließlich offizielle Einstiege.

1) Hinterbliebenenrenten (Übersicht + Antrag)

Überblick: DRV — Renten an Hinterbliebene. Offizieller Antragseinstieg für Witwen-/Witwerrente: verwaltung.bund.de — Witwen-/Witwerrente beantragen.

2) Sterbevierteljahr & Vorschuss (Überbrückung)

DRV erklärt das Sterbevierteljahr: DRV — Sterbevierteljahr (Glossar). Zusätzlich weist die DRV darauf hin, dass ein Vorschuss möglich ist, wenn er innerhalb von 30 Tagen beantragt wird: DRV — Vorschuss (Hinweis).

Praktischer Einstieg rund um gesetzliche Rentenprozesse (Renten Service, Deutsche Post): Deutsche Post — Renten Service.

Wenn du nur eine Sache fragst (DRV)

«Welche Leistungen sind im konkreten Fall möglich (Hinterbliebenenrente, Sterbevierteljahr/Vorschuss), welche Unterlagen fehlen, und wie verfolge ich den Status (Aktenzeichen)?»

Sehr typische Fehlerquelle

Die Rentenmitteilung klärt Zahlungen – ersetzt aber nicht zwingend den Antrag auf Hinterbliebenenrente. Plane die Antragstellung bewusst ein.

Finanzamt: Erbschaftsteuer-Anzeige (§30 ErbStG) & Formulare

Hier ist oft die Frist das Wichtigste – danach klärt man strukturiert, was zu tun ist.

Das BMF (ErbStH) weist darauf hin, dass ein steuerpflichtiger Erwerb von Todes wegen grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten nach erlangter Kenntnis dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen ist. BMF — ErbStH zu §30 ErbStG

So prüfst du das effizient

  1. Frist notieren (3 Monate nach Kenntnis).
  2. Nachlass grob strukturieren (Immobilien, Konten, Unternehmensanteile, Schulden).
  3. Zuständiges Finanzamt klären und dann Formular-/Hinweissammlung nutzen.

Formulare (amtlicher Einstieg – Beispiel NRW)

Wann du früh fachlich prüfen solltest

Auslandsbezug, Immobilienpakete, Unternehmen, viele Erben oder unklare Schulden – hier spart frühe Klärung oft Geld und Zeit.

Arbeit & Soziales: Rechte, Jobcenter/Agentur (wenn relevant)

Nur relevant, wenn Leistungen bezogen wurden oder Rückfragen/Rückforderungen auftauchen.

Wenn Leistungen bezogen wurden, ist eine zeitnahe Klärung sinnvoll, um Überzahlungen/Rückfragen sauber zu steuern. Als offizieller Einstieg zu Rückzahlungs-/Inkasso-Schreiben bietet die Bundesagentur für Arbeit Infos: Arbeitsagentur — Inkasso: Leistungen zurückzahlen.

Praktische Frage an die Stelle

«Welche Unterlagen brauchen Sie, welches Aktenzeichen gilt und was passiert als nächstes? Bitte geben Sie mir eine Liste fehlender Nachweise.»

Kranken-/Pflegeversicherung: was häufig zu klären ist

Details sind kassenabhängig – aber die Kernfragen sind immer ähnlich.

  • Braucht die Kasse einen Urkunden-/Nachweis und gibt es Fristen?
  • Ändert sich für Angehörige etwas (z. B. Familienversicherung, Beitragsstatus)?
  • Gibt es offene Leistungen/Abrechnungen oder Rückfragen?

Hinweis

Krankenkassen sind nicht „eine Behörde“ mit einheitlicher Online-Startseite. Am besten: direkt bei der konkreten Kasse anrufen und die 3 Kernfragen stellen.

Zuständigkeitskarte: Wer macht was?

Damit du weißt, wo du eine Leistung „startest“ (und wo du nur Informationen bekommst).

verwaltung.bund.de

Offizielles Bundesportal für Leistungen/Formulare als Einstieg (z. B. Sterbeurkunde, Witwen-/Witwerrente).

Bundesportal — Sterbeurkunde

Deutsche Rentenversicherung (DRV)

Fachliche Informationen & Beratung zu Hinterbliebenenrenten sowie Hinweise zu Sterbevierteljahr/Vorschuss.

DRV — Hinterbliebenenrenten

Renten Service (Deutsche Post)

Praktischer Kanal rund um gesetzliche Rentenzahlungen, Mitteilungen und Hinweise zum Vorschuss.

Renten Service — Einstieg

Finanzamt / BMF-Startpunkte

Frist-/Rechtsgrundlagen (z. B. §30 ErbStG) und Formularsammlungen der Länderfinanzverwaltungen.

BMF — §30 ErbStG

Das Ziel dieser Karte

Du sollst in 5 Minuten wissen, wo du „Leistung beantragen“ kannst, statt dich durch 20 Suchtreffer zu klicken.

Fragen zum Mitnehmen (Copy/Paste)

Kurze Sätze, die bei Hotlines/Servicecentern wirklich zu einer vollständigen Antwort führen.

DRV / Beratung

«Bitte prüfen Sie, welche Leistungen für Angehörige im konkreten Fall möglich sind (Hinterbliebenenrente, Sterbevierteljahr/Vorschuss). Welche Unterlagen fehlen, welches Aktenzeichen gilt und wie kann ich den Status nachverfolgen?»

Renten Service (Deutsche Post)

«Ich brauche den korrekten Weg für die Mitteilung und Hinweise zur Vorschusszahlung. Welche Adresse/Unterlagen und welche Fristen gelten?»

Finanzamt

«Ich möchte klären, ob eine Anzeige nach §30 ErbStG erforderlich ist. Welche Informationen brauchen Sie und welche Fristen sind maßgeblich?»

Krankenkasse/Pflegekasse

«Welche Unterlagen benötigen Sie, gibt es Fristen, und ändert sich etwas für Angehörige (Versicherung/Beiträge)?»

Fehler, die Geld kosten

Die häufigsten Muster, die zu Verzögerungen oder verpassten Leistungen führen.

  • Mitteilung statt Antrag: Meldung ≠ Leistung beantragen (besonders bei Renten).
  • Keine Fristen-Notiz: §30 ErbStG (3 Monate nach Kenntnis) nicht dokumentiert.
  • Kein Dossier: Ohne Aktenzeichen/Protokoll dauert jede Rückfrage doppelt so lang.
  • Zu früh alles parallel: Erst Leistungsscan (DRV/Finanzamt), dann sauber bündeln.

Wenn du heute nur 3 Dinge schaffst

(1) DRV-Leistungen prüfen, (2) Finanzamt-Frist notieren, (3) Dossier anlegen (Aktenzeichen + Dokumente).

Weiter mit Velanora

Wenn du einen klaren Ablaufplan brauchst (separat von dieser Leistungsübersicht).

  1. Praktischer Ablauf-Guide (Deutschland)
  2. Bestattung organisieren (Deutschland)
  3. Recht & Nachlass (Deutschland)
  4. Trauer & Unterstützung (Deutschland)

Hinweis

Diese Seite ist bewusst „Leistungen zuerst“. Der Ablauf (wer ruft wann an) lebt im Schritt-für-Schritt-Guide, damit es keine Dopplungen gibt.

Passende Guides

Hinweis: Allgemeine Informationen ohne Rechtsberatung. Details hängen von Bundesland, Status und Einzelfall ab. Für verlässliche Bestätigung bitte die verlinkten offiziellen Quellen nutzen (verwaltung.bund.de, DRV, Renten Service, BMF/Finanzverwaltung).